Bulgarien-Reise: Plovdiv, das kleine Rom in der thrakischen Ebene

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Das antike Theater wurde wieder rekonstruiert und wird heute auch wieder für Veranstaltungen genutzt

In diesem Teil der Bulgarien-Reise nehme ich dich mit in die Geschichte und zu den Sehenswürdigkeiten der über 7000 Jahre alten Metropole Plovdiv, der zweitgrößten Stadt des Landes. Hier lässt sich europäische Geschichte hautnah erleben.

Nicht ohne Grund wurde diese Stadt mit ihren zahllosen historischen Stätten zu einer der beiden europäischen Kulturhauptstädte 2019 ernannt. Seitdem dieses Votum 2014 bekannt wurde, putzt sich die Stadt noch schneller und umfangreicher heraus. In den letzten Jahrzehnten wurden bereits viele historischen Orte in der Stadt freigelegt und restauriert, aber unzählige antike Funde warten noch auf ihre Entdeckung.

Plovdiv ist eine der am längsten durchgehend besiedelten Städte Europas – älter als Rom, Karthago oder Konstantinopel (Istanbul). Seit dem 6. Jahrtausend vor Christus wurde hier bereits gesiedelt. Das besondere dabei ist die Lage dieses Ortes: Zentral in der thrakischen Tiefebene gelegen, bildeten drei weithin sichtbare Hügel am Fluß (der heutigen “Maritza”) einen idealen Siedlungsort. Seit den Anfängen spiegelt sich hier die bewegte Geschichte der Region.

Ob als Teil des thrakischen, griechischen oder römischen Reiches, ob unter osmanischer Herrschaft, den verschiedenen bulgarischen Reichen oder den Jahrzehnten des Sozialismus und jetzt als Teil der EU: Jede Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Antike Bauwerke bilden die Fundamente, auf denen das heutige Plovdiv steht – und dies wortwörtlich.

Denn egal wo in der Innenstadt man gräbt, fast immer kommen Überreste antiker Bauten und Straßen zu Tage. Unterhalb der heutigen Innenstadt erstreckt sich der komplette Stadtkern des ehemaligen antiken “Trimontium”, wie die Römer die Stadt nach den drei umgebenden Hügeln nannten.

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Das antike Trimontium liegt zu großen Teilen noch bestens erhalten unter dem heutigen Plovdiv.  Einige Bauwerke wurden in Teilen wieder zugänglich gemacht. Die roten Linien stellen das ehemalige Straßennetz dar, das noch heute unter der Stadt begraben liegt. (Karte: Avidius, Wikipedia unter CC 3.0)

Die Stadt wird durch den Fluss Maritza in einen Nord- und einen Südteil geteilt. Die meisten
Sehenswürdigkeiten, die Altstadt und besten Hotels befinden sich in der südlichen Hälfte. Es gibt zwar viele Busse und Taxen in der Stadt, aber eigentlich ist immer alles gut zu Fuß zu erreichen.

Unbedingt besichtigen solltest du das Antike Theater, das vor einigen Jahrzehnten zufällig entdeckt wurde und inzwischen wieder restauriert ist. Heute wird es wieder zu Theateraufführungen vor antiker Kulisse genutzt.

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Das antike Theater wurde wieder rekonstruiert und wird heute auch wieder für Veranstaltungen genutzt

Direkt am zentralen Platz der Stadt findest du das alte Stadion, dass heute mehrere Meter unterhalb des Straßenniveaus liegt. Ein Teil wurde vor ein paar Jahren restauriert und wieder zugänglich gemacht. Der Rest des Stadions liegt heute immernoch vollständig unter der Stadt. Hier ist auch die Djumaja-Moschee zu finden. Über Jahrhunderte war Bulgarien Teil des osmanischen Reiches. Überall im Land sind daher neben den typisch griechisch-orthodoxen Kirchen und Klöstern  auch viele Minarette alter Moscheen zu finden.

Was du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest ist die Plovdiver Altstadt. Sie liegt auf und um den Hügel namens “Tebet Tepe”, etwas östlich des heutigen Zentrums. Mit ihren alten Häusern und Gassen gehört sie mittlerweile zum Weltkulturerbe und ist eine der herausragendsten Sehenswürdigketien in ganz Bulgarien.

Plovdiv, Singlereise, Bulgarien, Blick über die Stadt vom "Tebet Tepe" aus. Im Hintergrund die Gebirgszüge der Rhodopen
Blick über die Stadt vom “Tebet Tepe” aus. Im Hintergrund die Gebirgszüge der Rhodopen

Die Hotels in der Stadt sind auf relativ preiswert, auch in den höheren Kategorien. (Einige davon zum Beispiel auf Tripadvisor)Es gibt auch viele kleinere Pensionen und zunehmend auch private Unterkünfte auf den üblichen Vermietungsportalen.

Übrigens: Das Frühstück wird wie in vielen südeuropäischen Ländern eher praktisch kurz gehalten. Daher sind die Frühstückbuffets in den meisten Hotels meist ausreichend, aber allzuviel Abwechslung solltest du bei längeren Aufenthalten nicht erwarten.

Dafür greife dann doch lieber zu regionalen Spezialitäten zurück, zum Beispiel ein klasssiches “Banitza”, ein Blätterteiggebäck, gefüllt mit Spinat, Schafskäse oder in süßen Varianten. An heißen Tagen empfiehlt sich auch eine typische Joghurt-Gurken-Suppe wie “Tarator”.

Als Messestandort bietet Plovdiv zahlreiche Möglichkeiten. Neben der Bahn sind Überland-Buslinien immer eine gute und preiswerte Möglichkeit zur Weiterreise. Taxen am besten über das Hotels bestellen lassen und den Fahrpreis vorher festlegen. Der Flughafen Plovdiv ist derzeit aus Deutschland nicht direkt zu erreichen.

Von Plovdiv aus ging es als nächstes für ein paar Tage in die nahegelegenen Berge der Rhodopen – dem  Geburtsort des griechischen Gottes Orpheus.

Teil 1 der Reise

Teil 3 der Reise

Teil 4 der Reise

Teil 5 der Reise

 

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