Meine Lissabon Tipps 2017 / 2018

Lissabon Tipps
Lissabon bietet einzigartige Eindrücke und besondere Ausblicke

Lissabon ist mehr als nur eine irgendeine Stadt auf der iberischen Halbinsel. Sie ist  Portugals Hauptstadt, Touristenmagnet, Sehnsuchtsort und unbedingt eine Reise wert. Deswegen für alle, die noch Inspirationen für ihren Besuch in der Stadt am Tejo brauchen, meine Lissabon-Tipps 2017 / 2018.

Wer alte Städte mag, in denen das moderne, kreative und internationale Leben genauso zu finden ist wie der leicht morbide Charme des Vergangenen und hinter vielen Ecken ein Hauch von Tradition wartet, der ist in Lissabon gut aufgehoben. Hier findet sich Architektur aus Jahrhunderten, in denen die lange Geschichte des Landes und der Region sichtbar werden. Gleichzeitig ist die portugiesische Hauptstadt natürlich Kultur- und Verwaltungszentrum und für Besucher als aller Welt in den letzten Jahren immer mehr zu einem Ziel aber auch zu einem potentiellen Wohnort geworden. Mit allen positiven wie negativen Auswirkungen. An vielen Stellen merkt man, wie wichtig der Tourismus für die Stadt und das Leben ihrer Bewohner ist. Und doch ist an vielen Orten immer noch genug Platz und Ruhe um sich in der Altstadt zu verlieren, von einem der vielen Aussichtspunkte das Panorama der einzigartigen Silhouette zu genießen oder gemeinsam mit Einheimischen am Abend in einem der vielen Restaurants zu essen.

In der Altstadt wohnen

Lissabon Altstadt
Gut zu Fuß sollte man in der Altstadt schon sein

Am besten buchst du dir eine Unterkunft in der Altstadt, der Alfama. Kleine, verwinkelte Gässchen und die alten Häuser sorgen für einen ganz eigenen Charme. Nur mache dich darauf gefasst, dich am Anfang auch mal zu verlaufen. Denn die Straßen und kleinen treppen und Wege sind im Laufe der Jahrhunderte ohne wirkliches System entstanden. Daher werden dir ständig Touristen begegnen, die mit ihren Handys oder Karten in der Hand genauso nach dem richtigen Weg suchen wie du.
Besonders am Vormittag und in den Abendstunden ist es hier ruhiger als tagsüber. Erst ab ca. 20 Uhr öffnen die vielen in den Häusern versteckten Restaurants und Cafés wieder nach einer mehrstündigen Nachmittagspause. Aus den Türen dringt dann nicht nur derDuft der portugiesischen Küche mit ihren vielen Meeresfrüchten, sondern auch der immer etwas sehnsüchtige Klang des Fado, der typischen Musik Lissabons, die am besten dort zu genießen ist, wo sich nicht groß beworben wird.

Miradouros – Aussichtspunkte genießen

Lissabon Tipps , Miradouros
Beliebt bei Touristen und Einheimischen: Die Miradouros, die Aussichtspunkte überall in der Stadt

Lissabons Einwohner lieben den Blick über ihre Stadt und Umgebung. Mehrere Aussichtspunkte, sogenannte Miradouros bieten immer einen tollen Blick über die Stadt und lohnen jedes Mal den Aufstieg. Und daher sitzen tagsüber und ganz besonders jeden Tag zum Sonnenuntergang nicht nur Touristen mit ihren gezückten Kameras über den Dächern der Stadt, sondern auch viele Einheimische, die sich am Blick einfach nicht satt sehen können und dazu einen Drink genießen.

Vor- und nach den Kreuzfahrt-Massen die Stadt entdecken

kreuzfahrt lissabon
Die Kreuzfahrtschiffe ankern unweit der Altstadt Lissabons

Kreuzfahrten werden immer beliebter, dass spürt man auch in Lissabon. Ähnlich wie in Venedig kann es passieren, dass beim Blick in eine Gasse in der Alfama dein Blick hinter den Häusern an der riesigen, hochhausgleichen Wand eines Kreuzfahrtschiffes hängen bleibt. Fast täglich liegen ein oder zwei der Giganten vor Anker und ab dem späten Vormittag entladen sich von selbst unzählige Tagestouristen in die Altstadt, bevor sie am Abend wieder von den Schiffsbäuchen verschlucken lassen. Genieße die Ruhe der Stadt am Morgen und in den Abendstunden, dazwischen wird es in Alfama und der Unterstadt schonmal recht hektisch zugehen. Portugiesen sind übrigens die Rekordhalter unter den Spätaufstehern in Europa. Man lässt es gern gemütlich angehen.

Electrico 28 am Morgen

Sie sind wohl DAS Wahrzeichen der Stadt: Die berühmten gelbe Straßenbahnen, die seit über 100 Jahren durch die steilen Gassen der Altstadt ruckeln. An manchen Stellen abwechselnd auf einem Gleis mit nur wenigen Zentimetern Abstand zu den Häusern. Die bekannteste unter ihnen ist die Linie 28, die durch die besonders engen und steilen Stellen hinauf in die Altstadt gondelt. Auch bei diesen Bahnen lohnt sich das frühe Aufstehen. Denn ab 10,11 Uhr sind die Bahnen nicht nur voll mit Touristen, auch die Lissabonner selbst nutzen diese immernoch regulären Linien, was zu einem ziemlichen Gedränge in den alten Waggons führt. Und Achtung: Das Gedränge verführt natürlich Taschendiebe, also achte hier besonders auf deine Dinge. Und die fahr nur mit den gelben Straßenbahnen. Die roten Bahnen, die zum Teil die gleichen Gleise nutzen, sind reine Touristenfahrten, ähnlich den Hop-on Hop-Off Bussen.

Mit der Viva Viagem Card preiswert im Nahverkehr

Das Lissaboner Nahverkehrsnetz ist gut ausgebaut und Tickets kannst du dir bereits direkt am Flughafen holen. Die „Viva Viagem„-Card ist eine Pappkarte mit Chip, auf die du immer wieder Guthaben laden kannst. Sie kostet einmalig 50 Cent und ist ein Jahr gültig. An den grünen Automaten in den Metro-Stationen legst du dir Karte einfach auf und kannst dann Guthaben aufladen. Das solltest du unbedingt nutzen, denn Fahrscheine einzeln zu kaufen ist deutlich teurer. Mit der Karte kosten Fahrten in Bussen, Metros und Straßenbahnen (auch in den alten) je nach zurückgelegter Entfernung meist unter 2€ und die Karte ist auch im Umland gültig. Bis nach Sintra oder Cascais kannst du mit dieser Karte für ca. 2,20€ im Regionalzug fahren.

Igreja de Santa Engrácia

Den Blick von der Igreja de Santa Engrácia über dne Tejo schweifen lassen

Nicht nur Miradouros bieten tolle Panoramen über die Stadt, sondern auch viele Bauwerke. Wegen der beeindruckenden Architektur ist sie sowieso schon einen Besuch wert, aufgrund der Wahnsinnsaussicht von der oberen Balustrade aber ein absolutes Muss: Die Igreja de Santa Engrácia bzw. Panteão Nacional. Erst nach über 300 Jahren Bauzeit im 20. Jahrhundert vollendet, kannst du hier bei klarem Wetter und (ja, wann sonst) am Morgen eine einzigartige Aussicht ganz für dich allein genießen. Denn die Kirche öffnet um 10 Uhr und da ist der Andrang meistens noch recht gering. Die 4€ Eintritt lohnen sich wirklich. Steige am besten gleich nach ganz oben, so hast du die Terrasse eine zeitlang ganz für dich alleine. Nur am ersten Sonntag im Monat wird der Andrang wohl schnell größer werden, da ist der Eintritt nämlich frei.

Und am Dienstag und Samstag kannst du danach noch über den Flohmarkt am Fuß der Kathedrale schlendern.

Convento / Igreja do Carmo

 Igreja do Carmo
Igreja do Carmo

Eine ganz anderes, aber nicht weniger lohnenswertes Erlebnis bietet das Convento de Carmo. Das ehemalige Karmeliterkloster im kleinen Bezirk Chiado ist eigentlich eine Ruine. Beim Erdbeben von 1755 stürzte das Dach nahezu komplett ein, aber die typisch gotischen Bögen blieben dank ihrer architektonischen Finesse erhalten. Im 19. Jahrhundert begann man Teile neu zu errichten, gab es aber nach einiger Zeit wieder auf. Und so bildet heute der Himmel das Dach über dem Kirchenschiff. Im Sommer finden hier dank der guten Akustik Konzerte statt und im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich eines der ältesten Museen Portugals mit Exponaten aus aller Welt. Bei gutem Wetter unbedingt mal besuchen.

Ein Ginjinha zwischendurch

Gehört einfach zu Lissabon: Ginjinha Kirschlikör

Wer in Lissabon ist, muss ihn kosten und das an dem Ort, an dem er erfunden wurde: Der Ginjinha. Ein Kirschlikör, der seit über 150 Jahren hergestellt und meist mit eingelegten Kirschen in Glas oder Flasche verkauft wird. An einer kleinen Stehbar wird in kleinen und großen Gläsern in fünfter Generation das im Familienbetrieb hergestellte Getränk mit seinen knapp 20% Alkohol ausgeschenkt. Zu finden am Largo São Domingos 8.

Praça do Comércio & Baixa

An vielen Stellen in Lissabon lässt es sich vom auf und ab gut verschnaufen. Ein bisschen Flair von Meer, auch wenn die Stadt am Fluss liegt, gibt es direkt am Praça do Comércio, einem der großen Plätze der nach ddm Wiederaufbau der Stadt 1755 angelegt wurde. An seinem südlichen Ende führen einige Stufen hinab bis an den Fluß und es den ganzen Tag hindurch ein beliebter Punkt um sich zu setzen und den Blick über den Fluss schweifen zu lassen oder den Möwenfütterern zuzuschauen, denen die riesigen Vögel Kekse aus den Fingern schnappen. Direkt daneben kannst du sogar etwas Strand unter den Füßen spüren.

Castelo Sao Jorge

Auf einem der sieben Hügel Lissabons trohnt das mächtige Castelo Sao Jorge seit Jahrhunderten über der Stadt. Schon von den Römern und Mauren besiedelt, war die spätere Festung seit dem Mittelalter Königsburg der portugiesischen Herrscher und bietet – du ahnst es – einen weiteren fantastischen Ausblick und einen kleinen Sprung zurück ins Mittelalter. Tipp: Die Pastelaria Santo António unterhalb der Burg ist wirklich preiswert und bereitet Pasteis und andere Süßigkeiten frisch in einer offenen Backstube zu.

Sport, Museen und das Surren der Brücke

Dass sich die Stadt über Jahrhunderte entlang des Nordufers des Flusses Tejo ausbreitete, merkt man ganz besonders, wenn man die langgestreckte Ufer-Promenaden entlang spaziert. Oder, wie es die Einwohner Lissabons tun, entlang joggt. Vom Osten der Stadt, in dem zur EXPO’98 ein komplett neues Stadtviertel mit moderner Architektur entstand. Auf einer Strecke von über 15 km spaziert und läuft es sich sehr entspannt. Eine schöne Strecke beginnt am Museo de Fado bzw. der Metro-Station „Santa Apolónia“. Von dort einfach immer auf den Straßen oder Uferwegen entlang bis nach Belém, dem Stadtviertel im Westen Lissabons. Über den Praça do Comércio, den alten, weiten Handelsplatz direkt am Tejo kannst du dann in Richtung Hafen spazieren. Aber eigentlich brauchst du nur in Richtung der riesigen Brücke „Ponte de 25. Abril“ spazieren, die seit 1966 das Stadtbild mitprägt und, wohl nicht ohne Grund, stark an die Golden Gate Bridge in San Francisco erinnert. Schon von Weitem kannst du das ununterbrochene Summen hören, das die Autobahnbrücke mit der darunter fahrenden Bahn von sich gibt.

Die LX-Facory in Lissabon

Direkt unter der Brücke, in einer Nebenstraße des Uferwegs liegt übrigens die LX Factory, ein altes Fabrikgelände, auf dem sich in den letzten Jahren viele neue Designer, Ateliers und hippe Läden angesiedelt haben. Definitiv ein Besuch wert, allein schon wegen des Blicks hoch zur Brücke und eine schöne Gelegenheit um Mitbringsel zu finden.

Blick vom MAAT

Weiter geht es in Richtung Belém vorbei am MAAT, dem Museum für Kunst, Kultur und Architektur, dem du unbedingt mal „Auf’s Dach steigen“ solltest.

Lissabons Einwohner lieben weite Ausblicke, deswegen wurde 1960 zur Erinnerung an portugiesische Seefahrer und Entdecker das 50 Meter hohe Padrão dos Descobrimentos errichtet. An seinem Fuß sind 33 wichtige Persönlichkeiten aus der Geschichte des Landes zu finden, die sich am stilisierten Bug eines Schiffes aufreihen.

Der Torre de Belém hinten und sein Modell im Vordergrund
Der Torre de Belém hinten und sein Modell im Vordergrund

Noch einen rund 1 km weiter liegen der Torré de Belém und das Museu do Combatente. Der Torré de Belém ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Es ist eines der berühmtesten Wahrzeichen der Stadt und eines der wenigen Bauwerke, die das große Beben von 1755 überstanden haben und damit die typisch manuelinische Architektur Anfang des 16. Jahrhunderts zeigen. Tipp: Vorher Tickets online reservieren oder die Lisboa Card nutzen, sonst stehst du evtl. eine Stunde oder mehr in der Schlange.

Auf dem Weg zurück in Richtung Lissaboner Altstadt warten noch so einige Highlights in der Nähe. Zum einen das Centro Cultural de Belém, das allein schon mit seiner Architektur einen Besuch lohnt. Hier schlägt eines der kulturellen Herzen der Stadt mit zahlreichen Konzerten und Ausstellungen.

Vor allem aber solltest du dir die Zeit nehmen, an der nächsten Ecke das Mosteiro dos Jerónimos zu besuchen. Das ehemalige Kloster beherbergt nicht nur das Archäologie- und Schifffahrtsmuseum, sondern auch die Sarkophage der berühmtesten Persönlichkeiten des Landes, unter anderem des Entdeckers Vasco da Gama und des Nationalschriftstellers Fernando Pessoa.

Stärken kannst und solltest du dich unbedingt im Pasteis de Belém mit den wohl besten Pasteis Portugals. Am besten setzt du dich hinten ins Café mit seinen rund 400 Plätzen. Im vorderen Teil des Ladens herrscht hektisches Gedränge. Hier werden im Akkord und in zwei Reihen aufgeteilt Massen von Touristen mit Pasteis zum Mitnehmen versorgt.

Natürlich gibt es noch unendlich viel mehr in Lissabon zu entdecken. Kleine Geschäfte und Restaurants gibt es überall. Meistens sind sie aber zwischen 15 und 19 Uhr geschlossen. An immer mehr Orten in der Stadt merkt man die Bedeutung des Tourismus und wie sehr vieles darauf ausgelegt ist. Wie in vielen anderen Städten auch, lässt sich Lissabon am besten etwas abseits erleben. Und du solltest dir Zeit nehmen, vier Tage oder mehr sind ideal und selbst dann bleibt noch Vieles, was man beim nächsten Besuch in dieser einzigartigen Stadt am Fluss Tejo entdecken kann.

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