Reisetipps für Kyoto – Was du unbedingt sehen solltest

Die Hongan-Tempelanlage in Kyoto reisetipps japan
Die Hongan-Tempelanlage in Kyoto

Wenn du nach Japan reist, dann solltest du nicht nur Tokyo besuchen. Die japanische Hauptstadt ist zwar mit ihrer Größe, ihrer Architektur und der Mischung aus Modernität und Tradition ein ganz besonderes Reiseziel, aber es gibt natürlich auch in anderen Städten viel zu sehen.
Ich persönlich fand Tokyo für einige Nächte sehr beeindruckend, fand es dann aber besser, meine Homebase während der Reise eher in Kyoto aufzuschlagen und von dort aus die Hauptinsel Honshu zu erkunden. Dank des Japan Rail Pass ist das sehr einfach und entspannt möglich.
Kyoto ist in Europa vor allem für das gleichnamige Klimaschutzprotokoll von 1997 bekannt. In der japanischen Geschichte spielt die Stadt schon viel länger eine entscheidende Rolle. Mehr als ein Jahrtausend, von 794 bis 1868, war sie der Hauptsitz des kaiserlichen Hofes und bis heute spielt sie im kollektiven Gedächtnis als Kaiserstadt eine bedeutende Rolle. Geprägt ist das Stadtbild aber vor allem durch die schier endlose Zahl an kleinen und großen Tempeln und Schreinen.

Wer durch die Stadt läuft, der wird an vielen Ecken solche religiösen Orte finden. Manche sind sehr versteckt, andere überragen reich geschmückt ihre Umgebung und sind nicht zu übersehen. Einige der bekanntesten Fotomotive des Landes finden sich in und um Kyoto. Die Stadt mit ihren knapp 1,5 Millionen Einwohnern ist ganz anders als die rund 400 km entfernte Megametropole Tokyo und vor allem bei Chinesen und Koreanern ein sehr beliebtes Touristenziel. Was du hier alles entdecken kannst und welche Ausflüge in die Umgebung du unbedingt unternehmen solltest verrate ich dir meinen Tipps für Kyoto!

1. Der Hauptbahnhof von Kyoto (Kyoto Station)

Vermutlich wirst du am Hauptbahnhof von Kyoto ankommen. Das riesige Gebäude ist selbst schon eine Attraktion. Viele Bahnhöfe in Japan sind gigantisch, der Zentralbahnhof von Kyoto zählt sicher dazu. Auf insgesamt 15 Stockwerke finden sich hier natürlich nicht nur Gleise und Bahnsteige. Im Hauptbahnhof integriert ist unter anderem ein Hotel und ein kompletter Food-Court mit zahllosen Restaurants und einem Skywalk über die Bahnhofshalle hinweg. Dazu zahllose Geschäfte in den oberen Stockwerken und ein Theater. Um aber bei deiner Ankunft in Kyoto einen perfekten Ausblick über die Stadt zu bekommen, fährst du mit den Rolltreppen aus der Haupthalle bis ganz nach oben (was einige Minuten dauern wird). Auf der Dachterrasse bietet sich ein Rundumblick bis weit über die Stadtgrenzen hinaus. Etwas versteckt finden alle LEGO-Fans im Nordost-Teil den Bahnhof als LEGO-Modell – exklusiv dänischen Spielstein-Hersteller angefertigt.

2. Kyoto Tower

Kyoto Tower Japan
Der Kyoto Tower unweit der Kyoto Station

Keine japanische Großstadt ohne Aussichtspunkt. Nur ein paar Meter vom Bahnhof entfernt und nicht zu übersehen, steht der Kyoto Tower. In 100 Metern Höhe kannst du hier von einer Aussichtsplattform bei gutem Wetter bis nach Osaka schauen! Ich selbst bin aber nicht hinauf, da mir die Aussicht vom Bahnhof gereicht hat. Nachts wird er bunt beleuchtet und dient jederzeit als guter Orientierungspunkt um den Hauptbahnhof Kyoto Stadion leicht zu finden.

3. Hongan-ji Tempel

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Die Hongan-Tempelanlage in Kyoto

Nur ein paar Minuten Fußweg in Richtung Norden vom Bahnhof entfernt, findest du gleich eine der beeindruckendsten Tempelanlagen in Japan. Die beiden Tempel Nishi Hongan-ji und Higashi Hongan-ji liegen direkt an einer großen Hauptstraße und gehören zu den UNESCO-Welterbestätten Kyotos. Diese Tempelanlage solltest du dir unbedingt ansehen. Die riesigen Holzbauten sind wirklich beeindruckend (aber die größten kommen erst noch weiter unten).
Manche Gebäude der Anlage darfst du nur ohne Schuhe und größeres Gepäck betreten!

4. Nishiki Markt in Kyoto

Bevor es zum Kaiserpalast geht, kannst du dich im Nishiki-Markt stärken, der direkt auf dem Weg dorthin liegt. Hier kannst du dich nicht nur mit allen erdenklichen japanischen und internationalen Köstlichkeiten sattessen, sondern Tage verbringen. Mehrere überdachte Straßen bilden einen riesigen Markt mit unzähligen Geschäften, Imbissen, Running-Sushi-Restaurants, Souvenier- undAutomatenshops und Marktständen. Im westlichen Teil, unter dem bunten Glasdach, stehen die Lebensmittelhändler mit frischem Fisch, Gemüsen, Fleisch und zahllosen Köstlichkeiten aus Reis.
Ursprünglich war der Markt ein Netz aus Straßenzügen, die später einfach überdacht wurden. So finden sich mitten im Markt auch heute noch kleine Plätze oder aktiv genutzte Tempel.
Was immer du suchst – hier wirst du es finden. Viele Geschäfte im Nishiki-Markt schließen gegen 18 Uhr, die letzten Restaurants meist um 22 Uhr.

5. Der Kaiserpalast von Kyoto

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Weitläufig: Die Palastanlage in Kyoto

In den mehr als 1000 Jahren, die Kyoto Hauptstadt war, entstand natürlich auch eine riesige, repräsentative Palastensemble für die Herrscher. Anders als die verspielte Architektur vieler Fürsten und Kaiser in Europa, beeindruckt hier vor allem die Weite der Wege. Lange und breite Straßen führen durch Gärten zu den eigentlichen Palästen und sorgen so für Ehrfurcht bei Beschreiten. Bis heute wird der Palast für Zeremonien genutzt. Leider muss man den Zutritt im Rahmen einer Führung lange vorher anmelden. Aber ein Spaziergang durch die Parkanlage ist natürlich kostenfrei und lohnt sich.

 

6. Inari-Torii

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Kilometerweit durch Tore – der Weg zum Inari-Schrein in Kyoto

Wer nach Kyoto reist, muss sie unbedingt besuchen: Die weltberühmten Inari-Torii in Fushimi Inari-Taisha im Stadtteil Fushimi. Durch die Tausenden orangen Tore rund um den Shintō-Schrein zu wandern gehört einfach zu einem Japan-Besuch. Der Eingang zur heiligen Stätte ist nur wenige Meter vom Bahnhof Inari-Station entfernt, den du entspannt mit mit dem Local Train nach Jōyō erreichst. Vor lauter Touristen kannst du es nicht verfehlen. Die meisten stürmen in die Reihe kleiner Tore am Fuß des Hügels. Hier solltest du die Schilder beachten, in welcher Reihenfolge du die Tore durchschreiten sollst.
Etwas ruhiger wird es weiter oben, wenn es auf die mehrere Kilometer lange Tour bis zum Schrein der, wirklich anstrengende, Aufstieg folgt. Wenn du den Rundgang komplett machen willst, dann plane einen guten halben Tag ein. Aber auch die kürzere Variante bis ungefähr zur Hälfte der Strecke hinauf lohnt sich!
Die unzähligen scharlachroten Tore sind Spenden an die Glaubensgemeinschaft und jeden Jahr kommen neue hinzu.

7. Arashiyama Bambushain

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Der Arashiyama Bambuswald im Nordwesten von Kyoto

Ebenso ikonisch für Japan ist heutzutage der Blick in den Arashiyama Bambushain bei Kyoto. Die riesigen Bambushölzer ragen bis zu 20 Meter hoch in den Himmel. Komme am besten recht früh, denn so ein beliebtes Fotomotiv ist immer gut besucht. Allerdings hätte ich gedacht, dass der Wald deutlich größer ist. Verlaufen wirst du dich hier eher nicht, entgehen lassen solltest du dir das Motiv aber auch nicht. Zur Arashiyama Station gelangst du vom Hauptbahnhof Kyoto aus in ungefähr 20 Minuten mit der JR San-In Line. Falls du einen Japan Rail Pass hast, kostet es dich also nichts.

8. Tagestour nach Nara

Nur gut 45 Minuten von Kyoto entfernt liegt die uralte und heilige Stadt Nara. Sie war bis zu 8 Jahrhundert, vor dem Aufstieg Kyoto die Hauptstadt des Kaisserreiches. Hier findest du das größte Holzgebäude der Welt, kannst heilige Tiere füttern und zahllose Fotomotive finden. Mehr verrate ich dir in den Reisetipps zu Nara.

9. Tipp: Souvenir aus Kyoto – Essstäbchen mit deinem Namen!

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Was bei uns Messer und Gabel, sind in Asien bekanntermaßen Stäbchen. Essstäbchen haben aber gerade in Japan einen weitaus höheren Stellenwert als einfach nur als Essbesteck. Daher gibt es viele Läden, die Stäbchen aller Preisklassen verkaufen. Wie wäre es da mit personalisierten Stäbchen als Souvenir – für dich oder zum verschenken? Auch in Kyoto gibt es gleich mehrere solcher Läden.

Empfehlen kann ich den relativ neuen „Kitchen Yuzen“ im Nishiki Markt. Denn hier findest du nicht nur Stäbchen von 5 – 500 Euro, sondern kannst sie dir gleich noch kostenlos und sogar zweisprachig gravieren lassen. Einfach dein Wunschpaar Stäbchen aussuchen und auf einem Zettel deinen Namen eintragen. Die Mitarbeiterinnen schreiben ihn dann in japanischen Zeichen und gravieren ihn in jeweils einer Sprachvariante auf ein Stäbchen. Nach ca. 15-20 Minuten kannst du die personalisierten Essstäbchen (Hashi) dann abholen!

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