Fahrradtour von Berlin nach Kopenhagen – Ein Reisebericht

Fahrradtour nach Kopenhagen

Mit dem Fahrrad nach Kopenhagen. Eine tolle Reise, die man unbedingt mal machen sollte. Weite Landschaften und ein absolut lohnenswertes Ziel. Stephanie ist auf ihrem Drahtesel von Berlin nach Kopenhagen geradelt und berichtet im Interview auf solo-urlaub.de davon.

Stephanie von kellertuer.com ist auch ein ziemlicher Reisefan – nicht nur beruflich. Vor einer Weile hat sie die Strecke Berlin – Kopenhagen auf dem Fahrrad zurückgelegt und dabei ganz besondere Erfahrungen und Eindrücke gesammelt. Im solo-urlaub.de Interview nimmt sie euch nochmal mit auf eine Tour, die ihr unbedingt mal ausprobieren solltet!

Hi Stephanie! Schön, dass du ein bisschen über dein Radtour nach Kopenhagen erzählst. Eine Reiseidee, die direkt vor der Haustür beginnen kann und sicher ein besonderes Erlebnis ist.

WAS HAT DICH DAZU GEBRACHT, SO EINE FAHRRADTOUR VON BERLIN NACH KOPENHAGEN ZU STARTEN?

Ich liebe Radfahren. Neben des Bestreitens meines täglichen Arbeitsweges auf zwei Rädern – wenn es nicht stürmt oder schneit – , unternehme ich auch gerne Ausflüge mit dem Rad. Schon vor Jahren bin ich Teile des Berlin-Kopenhagen Radwegs gefahren, da dieser z.B. auch am alten Mauerstreifen entlang führt, also quer durch Berlin. Dass auf der Radweg Ausschilderung auch immer „Kopenhagen“ stand, habe ich erst eher unbewusst wahrgenommen. Bis ich dachte: Hey, warum nicht mal bis Kopenhagen fahren?
Der Grund allein mit dem Rad nach Kopenhagen zu fahren lag auch darin, dass ich einfach richtig Lust auf Natur hatte. Nenn es „Digital Detox“ oder Radwanderlust…ich wollte einfach weite Blicke, mehr Analoges als Digitales und Bewegung – und Ruhe. Allein zu fahren war nicht direkt geplant, da es jedoch sehr spontan war und schwierig ist, beim Radfahren jemanden mit dem gleichen Tempo zu finden, radelte ich alleine los.

Auf dem Weg nach Kopenhagen (Bild: Instagram.com/berlincellardoor)

HAST DU SOLCH EINE TOUR SCHONMAL VORHER GEMACHT?

Ja, beispielsweise fuhr ich mal von Berlin auf die Insel Rügen. Damals noch mit meinem Berliner Citybike mit drei Gängen. Das war irgendwann nicht mehr so angenehm. Dann gönnte ich mir ein besseres Fahrrad, das auch für längere Strecken geeignet ist.
Und ich muss zugeben: Schon vor einem Jahr machte ich mich mal auf den Weg nach Kopenhagen. Als ich jedoch einen Totalplatten hatte – natürlich mitten im Wald – nahe der Müritz, ich mir ein viel zu kleines Zeitfenster gesetzt hatte und dadurch unter Druck geriet, brach ich die Fahrt damals ab und fuhr mit dem Zug zurück nach Berlin. Da war ich kurz etwas verzweifelt. Ich nahm mir aber vor, es im nächsten Jahr nochmal zu probieren.


WELCHE ERFAHRUNGEN HAST DU AUF DIESER REISE GEMACHT? POSITIVE WIE NEGATIVE. UND GAB ES AUCH MAL SO RICHTIGE PANNEN?

Jeden Tag gab es eine kleine Überraschungen! Pure Landschaften, endlose brandenburger, mecklenburger oder dänische Weite und schöne Begegnungen. Ich fand es spannend, den ganzen Tag, von morgens bis abends draußen zu erleben; zu sehen wie Orte langsam erwachen und das Leben so passiert. Es gab unzählige kleine positive Dinge: Da ich zur Erntezeit fuhr, gab es in Dänemark an fast jedem Feld einen kleinen Stand mit Gemüse zur Selbstbedienung. Von frischen Äpfeln bishin zu Kürbissen – man wirft ein paar Kronen in die Dose und ist erstmal verpflegt.
Darüber hinaus mochte ich die dänische (skandinavische) Einrichtung in meinen Unterkünften. Bessere Wohnispiration als jeder IKEA Katalog! Ich erlebte die Tierwelt, begegnete herzlichen Menschen und ließ mir einfach den Wind um die Nase wehen.

Negatives gibt es nicht viel zu sagen, sondern betrifft eher meine persönliche Einstellung. Manchmal hab ich mir zu ambitionierte Ziele gesetzt und mich dann teilweise noch auf die letzten Kilometer etwas abgehetzt, damit ich nicht allzu lange im Dunkeln fahre. Am vierten Tag begann einer meiner Reifen etwas Luft zu verlieren, da geriet ich kurz in Panik. Zwar hatte ich Ersatzschläuche und Werkzeug dabei, aber gerade im Wald – wenn es auch noch nach Wildschwein riecht – fühlte ich mich zu unsicher abzusteigen und den Schlauch zu wechseln. Also pumpte ich nur etwas nach und am Ende fuhr ich ohne Probleme bis nach Kopenhagen.

Auf dem Weg nach Kopenhagen (Bild: Instagram.com/berlincellardoor)

WELCHE ROUTE HAST DU DENN GENOMMEN, BIST DU DIREKT VON BERLIN LOS?

Ich fuhr Samstag früh los, von Wittenberg wohlgemerkt (knappe Stunde mit der Bahn von Berlin), um das Chaos in der Hauptstadt zu umgehen und kam am Mittwoch Abend an der Meerjungfrau im wunderschönen Kopenhagen an.

Route Berlin Kopenhagen mit dem Fahrrad
Die Route von Stephanie von Berlin nach Kopenhagen per Fahrrad

Meine Route führte durch Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern entlang der Müritz nach Rostock. Von dort mit der Fähre rüber nach Dänemark, an der Ostsee entlang bis nach Kopenhagen. Fast immer fuhr ich auf schönen Radwegen durch die Natur. In Dänemark manchmal entlang der Straße, wo man als Radfahrer aber immer genügend Platz hat.

KANNST DU BESTIMMTE WEGE EMPFEHLEN  – LOHNT SICH VIELLEICHT ETWAS NICHT?

Wärmstens empfehlen kann ich einen kleinen Abstecher nach Faxe – zum „Faxe Kalkbrud“, ein riesiger Kalkbruch mit Kalkseen, die so wunderbar türkis leuchten, dass sich ein Abstieg – kostenlos, obwohl der Kalkbruch in Betrieb ist – wirklich lohnt. Der Abstieg befindet sich nahe des Geomuseums in Faxe.
Sehr hübsch fand ich auch den kleinen Hafenort Stubbekobing, mit vielen kleinen Geschäften und dann die Überfahrt mit der nostalgischen Fähre.
Für mich lohnte es nicht jeden Ort, jede Stadt, die auf der Karte angeprisen wird, zu besuchen. Ich wollte vielmehr Natur als Stadt. Auf meinem Weg hat sich alles gelohnt bis auf den Zeitdruck, den ich mir manchmal selbst etwas gemacht habe. Rückblickend würde ich mir die Tagessziele, was die Kilometer betrifft, geringer setzen.

WIE GING ES ZURÜCK NACH BERLIN? AUCH WIEDER AUF DEM RAD?

Mit dem Bus über Nacht. Das Fahrrad wurde hinten auf den Gepäckträger geschnallt und eh ich mich versah, erblickte ich den Fersehturm.

HAST DU SCHON IDEEN FÜR WEITERE TOUREN? ODER HAST DU VIELLEICHT DOCH KEINE LUST MEHR?

Und wie ich Lust habe! Ich wäre fast weiter nach Schweden gefahren, rüber nach Malmö. Aber es reichte erstmal. Ich habe mal geschaut. Exotischere Ziele wie den Oman per Rad. Auf der Rädern durch die Wüste klang für mich auch interessant. Vielleicht auch mal den Moselradweg entlang, durch die Weinberge. Vielleicht auch mal was ganz anderes.

UND WAS SIND GANZ ALLGEMEIN DEINE NÄCHSTEN REISEZIELE ODER WO WOLLTEST DU SCHON IMMER MAL HIN?

Meine übergeordneten Reiseziele sind Island, Mexico, Alaska, Irland…
Aber als nächstes steht erstmal Griechenland an. Ein klassicher Kurztrip, Meteora und Delphi besuchen, griechischen Salat essen..

LIEBE STEPHANIE! DANKE FÜR DIE INSPIRATIONEN UND DEINEN BERICHT ÜBER DIESE TOUR! DA WILL MAN AM LIEBSTEN GLEICH LOSRADELN. ICH BIN SCHON GESPANNT AUF DEINE NÄCHSTE REISE – DIE DU DANN HOFFENTLICH AUCH WIEDER AUF SOLO-URLAUB.DE VORSTELLST.

Mehr zu Stephanies Tour findet ihr in ihrem Reisebericht auf Kellertuer.com und noch mehr Fotos von dieser unser anderen Reisen auf ihrem Instagram-Profil @berlincellardoor.

 

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